Hör mich an

ein Projekt aus Nächstenliebe

It may take another generation or so for this era of anti-Muslim frenzy to be looked back upon with the same shame and derision with which the current generation views the anti-Catholic and anti-Jewish hysterics of the past. But that day will no doubt come. Perhaps then we will recognize the intimate connections that bind us all together beyond any cultural, ethnic, or religious affiliations.

-Reza Aslan, Religionswissenschaftler

Einleitung

Kennst du das auch? Wenn tief in dir eine Wahrheit schlummert und der Tag kommt, an dem es unerwartet deinen Kopf erreicht und du vor der Wahl stehst: Höre ich darauf oder ignoriere ich es? So erging es mir vor einigen Monaten, als ich vor meiner Balkontür stand, die friedliche Natur beobachtete und unerwartet sich folgende Frage in mein Kopf einschlich: Was passiert genau jetzt auf der anderen Seite der Welt?

Plötzlich sah ich vor meinen Augen Bilder von traurigen Kindern in Kriegsgebieten wie Syrien oder Jemen, die weinend in den Armen ihrer verletzten Mütter und Väter lagen. Ein Gefühl, ein Moment, der uns in einem sicheren Land wie Deutschland erspart wird. Dafür bin ich dankbar. Doch was ist mit jenen Menschen, die das Gefühl der Sicherheit nicht kennen? Täglich um ihr Überleben kämpfen und sich fragen, ob es für sie ein Morgen geben wird? Familien, die ihre Heimat zurücklassen müssen, damit sie ihren Kindern Schutz und Geborgenhet bieten können, wie wir sie hier haben. Unvorstellbar. Mir wurde bewusst, dass ich nichts dagegen tun kann. Was soll ich als einzelne Person schon bewegen können. Stimmte das wirklich? Was wäre, wenn alle Menschen, die denken nichts anrichten zu können, handeln würden. Über 7 Milliarden Menschen - gemeinsam. Doch das wäre zu schön um wahr zu sein. Dann der nächste Gedanke: Sei die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst. Ich griff zum Hörer und wählte eine Nummer.


Hallo?

 

Es war die vertraute Stimme meiner ehemaligen Deutsch- und Französischlehrerin, auf die ich seit jeher zählen konnte. Madame Faber. Durch unseren jahrelangen Kontakt war mir bekannt, dass sie nach ihrer Pensionierung eine Klasse in Deutsch als Fremdsprache unterrichte. Wen genau? Die sogenannten Flüchtlinge. Bei diesem Wort sträuben sich mir jedesmal die Haare. Früher nannte man das Unbekannte die Juden. Oder die Ossis. Jede Politik braucht ein Feindsbild um überleben zu können. Dies ist ein Fakt und heute als allgemeine Strategie der Politiker bekannt. Eine Strategie, die bereits im antiken Griechenland eingesetzt wurde. Während des 2. Weltkriegs war die Verbreitung von Angst unter das Volk DAS Mittel, um die Bürger wie Marionetten zu lenken. Warum? Weil wir die Säule sind, die alles zusammenhält. Ohne das Volk wären sie machtlos. Dies ist keine Verschwörungstheorie oder eine Geschichte, die ich mir ausgedacht habe. Dies sind belegte Fakten, welche ich an der Universität Marburg als Geschichtsstudent mitgenommen habe. Wieso sollte es jetzt also anders sein?
Und nun: Willkommen im Zeitabschnitt der Flüchtlinge und gewalttätigen Moslems. Wörter, welche unsere Geschichtsbücher in 20 oder 30 Jahren füllen werden und die Menschen fragen lässt, wieso wir, also du und ich, tatenlos zusehen konnten*. Ich entschied mich zu handeln.

Madame Faber, ich bin es, Maedeh.

 

*Dies ist selbstverständlich nicht an jene Menschen oder Vereine gerichtet, die ehrenamtlich bereits viel geleistet haben. Ihr verdient den höchsten Orden! Wir sprechen hier von Menschen, die grundsätzlich die Augen vor der Wahrheit verschließen, andere Menschen grundlos verurteilen und sich nicht aus ihrer Komfort Zone bewegen möchten.

Ich will mit meiner Fotografie mehr bewegen. Ich will den Menschen mit einem Portrait und einem anschließenden Interview zeigen, wer hinter diesen Gesichtern steckt, die viele leider als bedrohlich warnehmen. Sie sind Menschen wie wir, mit Eltern, Großeltern, Geschwistern, Frauen, Kinder, Ängsten, Träumen und Wünschen und keine Eindringlinge, die unseren Wohlstand oder Frieden gefährden wollen. Menschen mit einer Geschichte! Menschen, mit einem Namen!

 

Madame Faber hörte mir aufmerksam zu, während ich ihr von meinem Vorhaben erzählte. Ob sie wohl einverstanden ist?


Das klingt interessant. Ich werde mit meinen Schülern und der VHS darüber sprechen und dir bald Bescheid geben!

 

Es konnte also losgehen.

1. Wovor hast du Angst?

Es ist der 11. Juli 2017. Bevor ich losfahre, überprüfe ich ein letztes Mal meine Kameratasche. Kamera - check. Speicherkarte - check. Objektive - check. Akku - check. Anschließend werfe ich einen Blick in eine E-Mail von Madame Faber, in der alle wichtigen Daten notiert sind und bleibe am letzten Satz haften:

 

Es wäre schön, wenn du offizielle Unterstützung bekämest. Alles Liebe. M. Faber.

 

Das hoffe ich auch. Stecke den Schlüssel ein, drücke auf das Gaspedal und begebe mich Richtung Marburg.

 

Nachdem ich das Auto abgestellt habe, laufe ich umher und suche nach dem richtigen Gebäude. Seltsam, dabei bin ich in dieser Stadt aufgewachsen. Wo ist es? Eine Dame, die im gegenüberliegenden Gebäude das Fenster putzt beobachtet mich und registriert womöglich mein fragendes Gesicht. Sie lächelt mich an und fragt mich, wonach ich suche. Ich nenne ihr die Hausnummer. Sie zeigt mit dem Finger auf das gegenüberliegende, hinter den Hecken versteckte, Gebäude. Ich bedanke mich und laufe auf die andere Straßenseite. Manchmal finden wir uns in unserer vertrautesten Umgebung nicht zurecht - wie machen es dann jene, die sich hier gänzlich fremd fühlen und keinem freundlichen Menschen begegnen, der liebevoll nach dem Rechten sieht?

 

An der Eingangstür des alten Gebäudes steht "Deutsch als Fremdsprache". Hier müsste es also sein! Ich laufe an mehreren Räumen vorbei, kann Madame Faber jedoch nicht finden. Zwei ältere Herren laufen an mir vorbei. Die Art von Herren, die seit vielen Jahren in den Medien als bedrohlich dargestellt werden und bei vielen für Alarmbereitschaft sorgen. Dunkelhaarig, mit Bart und sowas eben.

Kennt ihr eine Frau FABER?

Die Männer schauen sich fragend an und zeigen anschließend mit dem Finger nach oben. Dort soll es weitere Räume geben, in denen unterrichtet wird.

Komm, ich zeige dir wo!

Er lächelt mich freundlich an und begleitet mich zu den Klassenräumen. Ja, ich kann Madame Fabers Stimme hören. Ich bedanke mich bei ihm und laufe hinein.

Ich umarme Madame Faber ganz fest und spüre, dass ich doch langsam nervös werde. Da ich weiß, dass ich überzeugend sprechen muss, atme ich einmal tief durch, nehme platz, schaue in die neugierigen Gesichter und erzähle den Schülern, wer ich bin und was ich vorhabe.
Nach meiner Rede herrscht völlige Stille. Madame Faber unterbricht das Schweigen.

Und? Wer macht mit?

Da mir ihr eindringlicher Blick, den viele Lehrer haben, wenn sie etwas fragen, bekannt ist, weiß ich, dass gleich jemand sprechen wird. Jemand antwortet.

Ich weiß nicht. Viele haben uns schon vor langer Zeit ausgefragt. Fernsehen, Radio... Was hat das gebracht?

Der nächste.

Ich möchte nicht so wirklich, dass mein Gesicht gezeigt wird. Es könnte vielleicht gefährlich für mich und meine Familie werden.

 

Es folgten viele weitere und ähnliche Aussagen wie diese. Nur einer stimmte zu. Ich wusste, dass ihr Problem nicht Scham war oder dass es nichts bringt, sondern Angst.

Wovor habt ihr Angst? Ihr braucht keine Angst haben. Ich bin nicht hier, weil ich euch anschließend - was ich tun würde, wenn ich es könnte - ein Haus oder eine Ausbildung versprechen will, sondern weil eure Stimme anderen Menschen helfen kann, die in der selben Lage sind wie ihr es seid! Vielleicht könnt ihr jemandem sogar die Augen damit öffnen. Wenn ihr alle schweigt, weil "es nichts bringt", wird sich nichts ändern! Vielleicht werdet ihr nicht mitbekommen, was dieser Beitrag alles bewirken wird, aber vielleicht berührt ihr mit eurer Geschichte ein Menschenherz. Damit hätten wir schon viel geleistet! Ich bin nicht hier, weil ich dadurch etwas verdiene oder daraus auf irgendeine Art und Weise profitiere. Ich bin wegen euch hier. Also?

Wieder Schweigen.

Madame Faber leitet zur Pause ein und bittet die Schüler, es sich in Ruhe zu überlegen. Ich weiß, dass es klappt. Ich bin nicht umsonst hierher gekommen. Zusammen mit Madame Faber gehen wir auf die Schüler zu, bei denen ich Interesse feststellen konnte, aber wusste, dass sie noch einen kleinen Anstoß brauchten, um über ihren Schatten zu springen.

Was haltet ihr davon, wenn ich euch nur interviewe, aber keine Bilder von euch mache?

 

Plötzlich waren einige damit einverstanden. Klasse! Ich begebe mich in einen leeren Klassenraum, packe mein Aufnahmegerät und die Kamera aus und stelle alles bereit. Es kommen zwei Männer herein, denen ich einen Platz neben mir anbiete. Ich schlage mein Notizbuch auf und drücke auf die Aufnahmetaste.

2. Don't Call me Flüchtling

Wo kommt ihr her?
Ich richte meinen Blick an die beiden Männer, die direkt vor mir sitzen.

Aus Syrien.

Wollt ihr mir eure Namen verraten?
Süleyman
Sein Nachbar überlegt kurz. Ich lächle ihn an, um ihm zu verstehen zu geben, dass er ihn nicht öffentlich bekannt geben muss und schlage ihm vor, dass ich ihn einfach Rasul nenne. Beide lachen. Sie wirken sehr freundlich und kommunikativ auf mich.

Wie war die Lage in eurer Heimat, bevor ihr hierher gekommen seid?
Süleyman:
Brutal... Die Hauptstadt Damaskus ist zerstört. Ich war vor ungefähr 3 Jahren in Samalka, als die Proteste und Unruhen losgingen. Meine Familie war zu der Zeit in Damaskus. Ich lebte relativ in der Nähe.
Süleyman & Rasul: Die Soldaten des Regimes stellten mit Gewalt eine Grenze auf und teilten Damaskus auf.
Süleyman:
 Dort sind sogar Scharfschützen positioniert. Meine Cousine war an einem Tag mit ihrer Familie und ihrer kleinen Tochter unterwegs, als ihr in den Bauch geschossen wurde. Ihre kleine 4-jährige Tochter stand dabei direkt hinter ihr.

Ich bin schockiert. Ein Horrorszenario für jede Mutter und jeden Vater. Das Kind wird dieses Bild wohl niemals aus dem Kopf bekommen.

Anschließend wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Von dort aus versuchte sie ihre Mutter zu erreichen, damit sie zu ihr komme. Doch die Umstände und der Ausnahmezustand im Land führten dazu, dass sie nicht durchkam. Meine Cousine starb alleine im Krankehaus... Es handelte sich nämlich bei den Schusspatronen um solche, die innerlich explodieren.
Seine Stimme zittert ein wenig, während er davon erzählt. Er beugt sich mit einem nachdenklichen Blick nach vorne, wackelt nervös mit den Beinen und versucht die passenden Worte zu finden.
Nachdem das passierte, sind wir alle, einschließlich meines Bruders, in die Hauptstadt gezogen. Dort gab es einen Ort, der etwas sicherer war. Das Problem hierbei ist... Stell dir mal vor: Über 2 Millionen Menschen auf einmal versuchen aus einer Stadt zu fliehen, um zu einem sicheren Ort zu gelangen. Alles Menschen, die ihre Häuser verloren haben. Bis heute leben viele ohne Schutz und ohne einen Dach über dem Kopf. Meine Eltern hatten noch ein Haus, in welches wir Unterschlupf fanden. Wir waren ca. 10 Personen in einem kleinen Haus, was ziemlich anstrengend und belastend war. Außerdem lebten wir ständig in Angst, dass uns Soldaten über den Weg laufen, die uns dann mitnehmen oder angreifen könnten. Ich fühlte keinen Funken Sicherheit mehr. Weder für mich, noch für meine Familie.

Dann hast du also beschlossen hierher zu kommen.

Süleyman: Deutschland erlaubte es Menschen von der Türkei über Griechenland aus einreisen zu lassen, was ein sicherer Weg war als mein geplanter Weg über Lybien.
Ein Freund von mir, der über Lybien reiste, war über 1 Woche ohne Wasser und Essen unterwegs. Der Weg über Lybien ist sehr gefährlich. Also ging es für mich in die Türkei, wo ich für 10 Tage blieb. Dann ging es für uns von der Türkei nach Griechenland. Dort blieb ich für eine Woche auf der Insel Kos. Das war zu der Zeit, wo die Nachricht von Alan durch die Welt ging. Kennst du den kleinen Alan?

Ja...

Mit einem Boot kam ich dann nach Deutschland. Zunächst alleine, da ich meine Familie, meine Frau und Kinder beschützen wollte. Ich habe nämlich so viele Unfälle miterlebt... Teilweise wurden auch Menschen auf der Reise entführt.


Hattest du Angst?

Naja... Ich hatte keine andere Wahl... Ich wusste, dass ich nicht zurück kann. Wo sollte ich hin? Mein Zuhause war zerstört. Meine Familie musste irgendwie in Sicherheit gebracht werden. Ich musste es einfach tun.

Rasul: Ich kam auch mit einem kleinen Boot mit über 30 oder 40 Leuten. Es war Mitternacht... Man sah nichts außer einen schwarzen Himmel und das unendliche, dunkle Meer.

Hast du dich in Deutschland willkommen gefühlt?

Süleyman:
Es gab wirklich viele Menschen, die uns geholfen haben. Es gab auch Menschen, die Familien aufgenommen haben. Aber es gibt natürlich Menschen denen man anmerkt, dass sie Angst haben.

 

Nimmst du es also manchmal so wahr, dass dich manche Leute zum Beispiel seltsam anstarren?

Ja, manche sehen dich ganz befremdlich an und lassen sich anmerken, dass sie stark auf dein Verhalten achten, weil sie Angst vor dir haben. Natürlich nicht alle. Aber viele.

Vermisst du deine Heimat?

Es gibt nichts wie die eigene Heimat. Die jetzige Situation lässt es natürlich nicht zu, dass ich zurückkehre. Es ist viel zu gefährlich für meine Kinder. Als ich hier her kam, dachte ich nicht an mich... Ich habe schließlich früher ein sehr gutes Leben in Syrien geführt. Es war nicht so, wie es oft in den Medien dargestellt wurde: "Oh, die armen Syrer". Wir hatten gute Jobs und lebten in Wohlstand. Was uns fehlt und was uns genommen wurde ist die Sicherheit. Das ist der Grund, warum wir hier sind.

Rasul: Genau, wir sind nicht nach Deutschland gekommen, weil wir in Armut gelebt haben oder hungerten. Viele haben in Wohlstand gelebt und waren nicht auf andere angewiesen. Meine Familie hatte sogar ihre eigene Firma, so wie viele andere aus meiner Heimat. Diese Firmen sind jetzt zerstört. Wir sind nur aufgrund unserer Sicherheit hier. Wenn irgendwann wieder alles gut ist, würden wir uns natürlich freuen, wenn wir wieder in unserer Heimat leben
könnten. Neben den ganzen Unruhen gibt es dort außerdem weder Strom noch fließendes Wasser... und wenn man krank ist, gibt es keine Medikamente, die einem zur Verfügung gestellt werden. Viele haben einfach keine Ahnung, was dort los ist...

Das stimmt. Deswegen ist es mir so wichtig, diese Message zu verbreiten...
Gibt es etwas, was in den Medien zu kurz kommt?

 

Oft kommt es so rüber, als würden alle Syrer zur ISIS gehören. Das stimmt natürlich nicht. Viele gehören zur Opposition gegen Assad.

Wie lange seid ihr eigentlich schon in Deutschland? Euer Deutsch ist ziemlich gut - was mich aber bei einer Lehrerin wie Frau Faber nicht wundert (lacht)

Süleyman & Rasul: (lachen) Seit 2 Jahren.

 

Wir unterhalten uns kurz über die allgemeine politische Lage auf der Welt...

 

Rasul: Für die Politiker sind wir wie Figuren auf einem Schachbrett. Sie spielen mit uns. Sie zetteln überall Kriege an. Für was? Für Macht. Für Geld! Für das Öl in in unseren Ländern. Die Menschen interessieren sie nicht.

 

 

Das Gespräch neigt sich langsam dem Ende zu. 40 Minuten sind vergangen. Ich bedanke mich bei Süleyman und Rasul für das Gespräch und wünsche ihnen alles Gute. Plötzlich...

Rasul: Danke dir auch! Ich wollte nur noch eine Sache loswerden. Ich habe dir ja eben geschildert, weshalb wir hier sind... Und das Wort "Flüchtling" verletzt uns.

Süleyman: In Kanada schreiben sie "Welcome New Canadians". Das klingt viel freundlicher.

Gut, dass du das gesagt hast! Das werde ich mir notieren. Es ist schließlich eine Welt. Die Grenze existiert nur in unseren Köpfen.

Nachwort

Süleyman entschuldigte sich dafür, dass seine Geschichte nicht so dramatisch sei, wie einige andere, die bereits erzählt wurden. Wirklich? Der Mann hat seine Cousine durch eine Schießerei verloren, seine Heimat, seinen Wohlstand, ist zum Schutze seiner Familie über mehrere Länder gefahren und geflogen, um hier von Null anzufangen und er meint, dass das nicht dramatisch genug sei? Die Tragik liegt eher darin, dass die Menschheit immer mehr an Empathie verliert, so dass Menschen wie Süleyman denken, dass dieser Lebenszustand normal wäre. Selbstverständlich gibt es Menschen, die bewusst Unruhe stiften. Es ist jedoch von großer Wichtigkeit sich stets vor Augen zu führen, dass diese Menschen auf jedem Kontinent, in jedem Land und jeder Religion existieren! Wir wissen nicht einmal, wer genau unser Nachbar ist, wie können wir es uns also erlauben über Menschen zu urteilen bzw. sie als Störer des Friedens zu sehen, deren Namen wir nicht einmal kennen? Es sind Menschen, wie du und ich. Menschen, die eine Mutter, einen Vater und womöglich Geschwister haben. Menschen, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnen. Menschen, die gedankenversunken durch ein, für sie, fremdes Land laufen und sich fragen, wie es für sie weitergeht. Menschen, wie Süleyman, die nur an die Sicherheit ihrer Kinder denken. Menschen, die Angst haben! Halte kurz inne und stell dir vor, du wärest an der Stelle dieser beiden Männer gewesen. Wie würdest du dich fühlen? Was würdest du tun? Was hättest du dir erhofft?
Ich konnte euch lediglich zwei Geschichten erzählen. Doch sicherlich weißt du, wie viele Menschen aktuell ihre Heimat verlassen mussten. Auch sie haben eine Geschichte. Einen Namen. Familien und Kinder, welche im Krieg umgekommen sind. Diese Worte lesen sich wie eine Geschichte, oder? Krieg. Umgekommen. Für viele ist es pure Realität.

Es wird Zeit, dass wir unsere Augen öffnen und unsere Vorurteile beiseite legen. Es wird Zeit, dass wir die Medien hinterfragen, die wir täglich konsumieren. Es wird Zeit, dass wir aus der Vergangenheit lernen und mitfühlender mit unseren Mitmenschen umgehen - denn eines Tages, kann es auch dich treffen.

 

Maedeh Amini-Bashiri

Ich danke Madame Faber und der Volkshochschule Marburg für die Genehmigung und Unterstützung dieses Projekts.

Wie Kannst du helfen?

Teile diesen Beitrag mit Deinen Mitmenschen und lass die ganze Welt wissen, dass hinter jedem Gesicht eine Geschichte steckt! Es liegt mir am Herzen, dass die Vorurteile beiseite geräumt werden und mehr Raum für Empathie und Zusammenhalt entsteht. Falls Du jemanden kennst, der in der selben Situation steckt und mir gerne seine Geschichte erzählen möchte, kannst Du mich gerne unter info@aminiphotography.de kontaktieren. Hier soll es Raum für viele weitere Geschichten, Gesichter und Namen geben! Gemeinsam können wir etwas bewegen!

 

Ich danke Dir für deine Unterstützung!

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*Nutzungs- und Urheberrecht:

Der Fotografin steht das ausschließliche Urheberrecht an allen im Rahmen des jeweiligen Projekts gefertigten Fotos und Texte zu. Urheberrechte sind laut Urheberrechtsgesetz nicht übertragbar. Eine kommerzielle Nutzung der Lichtbildwerke und Texte kann nur mit vorhergehender schriftlicher Zustimmung der Fotografin erfolgen.